Formaldehyd

OSB-Platte

Laut Umweltbundesamt verteidigt Formaldehyd den ersten Platz unter den "häufigsten Schadstoffen in der Raumluft", gefolgt von Lösemitteln und Weichmachern. Die EU-Kommission zählt Formaldehyd zu den gefährlichsten Stoffen in der Innenraumluft.

Holzwerkstoffe wie Span- und OSB-Platten sind unter den Bauprodukten nach wie vor die bedeutendsten Quellen für Formaldehyd in der Innenraumluft.

 

Gesundheitliches Risiko

Trotz der nachweislich krebserzeugenden Wirkung ist der Einsatz von Formaldehyd bis heute nicht verboten.

Es besitzt ein hohes toxisches Potential, führt zu Reizerscheinungen bei inhalativer Aufnahme und gilt als Kontaktallergen (durch Kosmetika und Kleidung). Ob Formaldehyd durch das Einatmen der Innenraumluft Allergien auslösen kann, ist allerdings umstritten.

Durch das Einatmen wird das Gas über die Schleimhäute aufgenommen und dort zu  Kohlenstoffdioxid und Wasser verstoffwechselt. Es gelangt also nicht in die inneren Organe, reizt allerdings die der Luft ausgesetzten Gewebe. Bei anhaltender Reizung kann es zu unspezifischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Unwohlsein kommen.

 

Richtwerte

Im Vergleich zu anderen Länder hinkt Deutschland in Sachen Formaldehyd-Reduzierung etwas hinterher:

  • In Frankreich gilt seit 2007 ein Langzeitwert von 0,008 ppm, das entspricht einem Zwölftel des deutschen Richtwertes (0,1 ppm)!
  • Californien hat 2008 das ALARA-Prinzip eingeführt, nachdem die Formaldehyd-Menge im Innenraum so gering wie nur möglich zu halten ist (Richtwert von 0,007 ppm)
  • Auch in der Schweiz gilt seit 2010 das ALARA-Prinzip

 

Formaldehyd-Quellen im Innenraum

Mittlerweile ist eine gewisse Konzentration von Formaldehyd in der Raumluft nicht zu vermeiden, bedingt durch die vielfältigen Einsatzbereiche von Formaldehyd. Aus gesundheitlich präventiven Gründen sollte man trotzdem versuchen, den Einsatz von Formaldehyd-Quellen so gut es geht zu reduzieren.

 

Quellen für Formaldehyd-Belastung:

  • Leim und Tränkharze in Holzwerkstoffen (Span-, OSB-Platten)
  • Wasserlösliche Anstriche (Dispersionsfarben), Topfkonservierer. Nach 1-2 Wochen sollte das Formaldehyd vollständig entwichen sein, daher in den ersten Wochen nach dem Anstrich gut Lüften!!
  • Säurehärtende (SH-)Lacke führten früher zu hohen Formaldehyd-Belastungen der Raumluft. Heute werden Lacke auf Aminoharz-Basis für die Beschichtung von Möbeln verwendet. Diese setzen weniger Formaldehyd frei.
  • Klebstoffe wie Kork- und Vlieskeber
  • Mineralwoll-Dämmstoffe: der Anteil an Formaldehyd im Bindemittel dieser Dämmstoffe beträgt 30 %
  • Glasfaser-Vliese
  • Schaum-Dämmplatten, Ortschaum
  • Holzspielzeug aus Sperrholzteilen (Stiftung Warentest 11/2010)