Holzschutzmittel:  PCP, Lindan, Diclofluanid

Gefahrenstoffsymbol

Pentachlorphenol (PCP) ist eines der bekanntesten Holzschutzmittel, welches in den 60ern und 70ern eingesetzt wurde. Zwar verflüchtigte sich ca. die Hälfte  der im Holz eingebrachten Giftmenge in den ersten Monaten nach der Anwendung, der Rest aber tritt nur sehr langsam aus den behandelten Hölzern in die Umgebungsluft aus. PCP gehört zu den schwerflüchtigen Substanzen und setzt sich im Hausstaub nieder, wodurch andere Materialien wie Putze, Möbelholz, Textilien oder Lebensmittel sekundär kontaminiert werden. Auch heute kann es noch in der Luft, im Hausstaub sowie im Material nachgewiesen werden und folglich über Mund, Haut oder Atemwege vom Menschen aufgenommen werden. Dies sollte vor allem bei Kleinkindern bedacht werden.

 

Holzschutzmittel beinhalten Wirkstoffe, die holzverfärbende oder holzzerstörende Organismen fernhalten bzw. bekämpfen. Chemische Holzschutzmittel werden in ihrer Wirksamkeit als fungizid, insektizid oder bläuewidrig bezeichnet. Oft wurden mehrere giftige Wirkstoffe miteinander kombiniert, beispielsweise in Produkten wie Xyladecor oder Xylamon.

 

PCP zählt zu den gefährlichsten Schadstoffen in Gebäuden und gilt laut Technischer Regeln für Gefahrstoffe TRGS 905 als krebserzeugend (K2), erbgutverändernd (M3) und fruchtschädigend (RE2). Aufgrund der hohen Persistenz (Langlebigkeit) ist PCP heute überall verbreitet. PCP ist keine natürlich auftretende Substanz und kann somit von nur sehr wenigen Organismen abgebaut werden. Muffiger Geruch in Fertighäusern kann von Substanzen kommen , die beim Abbau von PCP entstehen (z. B. Chloranisole)[1]. Zur Bewertung des toxischen Potentials von PCP sollte im Labor auch auf Verunreinigungen durch Dioxine und Furane untersucht werden, die bei UV-Bestrahlung (Sonne) und Verbrennung von PCP-haltigen Produkten entstehen.

 

Zusammenfassend muss man leider sagen, dass PCP aufgrund seiner giftigen und langlebigen Eigenschaften auch heute noch - 40 Jahre nach Anwendung - ein Problem darstellt. Vor allem in Räumen mit längerer Aufenthaltszeit oder bei Anwesenheit von Kleinkindern sollte eine erhöhte Belastung ausgeschlossen werden.

Quellen:

Weiss U., Holzschutzmittel (PCP, Lindan). In: Gebäude-Schadstoffe  und gesunde Innenraumluft, Hrsg. Zwiener G. & Lange F.-M., 2012, Erich-Schmidt Verlag, Berlin.

[1] Binder et al. 2003: Gesundheitliche Beschwerden durch Reiz,- Riech und hautsensibilisierende Stoffe im Innenraum - Chloranisole. www.arguk.de/