Holzschutz: Biozide in  Farben und Anstrichen

BiC - Holzschutz

Solange Anstriche und Dispersionsfarben  in flüssiger Form gelagert werden, sind sie anfällig für Keime und Mikroorganismen. Aus diesem Grund werden von den Herstellern in etwa 80% aller wasserbasierten Farben Biozide/Konservierungsmittel eingesetzt, um das Produkt haltbar zu machen. Ist der Anstrich oder die Wandfarbe einmal aufgebracht und getrocknet, droht keine Gefahr mehr, das Produkt ist haltbar und Konservierungsmittel sind eigentlich nicht mehr nötig. Doch leider lösen sich diese Stoffe nicht einfach in Luft auf, sondern werden langsam, dafür aber stetig in die Raumluft abgegeben. 

 

Bei diesen Stoffen handelt es sich um sogenannte Isothiazolinone. Laut einer Studie des Umweltlabors ARGUK von 2001 gelten diese Stoffe als allergen, was bedeutet sie führen zu allergischen Reaktionen oder lösen weitere Allergien aus. Laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz gehört das oft verwendete MIT/MCI-Gemisch mit zu den bedeutendsten Kontaktallergenen. Da Isothiazolinone zu den schwerflüchtigen Substanzen gehören, werden sie bei Innenraum-Anwendungen auch nach dem Trocknungsprozess in die Raumluft freigesetzt.

BiC - Wohngifte, Gebäudeschadstoffe

 

Akute Toxizität

Hinsichtlich der akuten Toxizität stuft die Gefahrstoffverordnung MIT/MCI als giftig bei Kontakt mit Schleimhäuten (Verschlucken, R24) und Haut (R25), als sehr giftig bei Inhalation (R26) sowie als stark haut- und schleimhautreizend ein.

 

Chronische Toxizität 

Die Studienlage ist hierzu wenig ausreichen. Nur eine einzige Untersuchung an Ratten zeigte bereits ab 27 ng/m3 toxische Wirkungen auf den Atemtrakt. Eine genverändernde, krebserregende oder fruchtschädigende Wirkung konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Im Vordergrund steht hier allerdings auch die allergenisierende Wirkung auf den Menschen. 100-300 ppm MIT/MCI reichen aus um Hautreizungen auszulösen, unter 20 ppm gilt eine hautsensibilisierende Wirkung. Bei Personen mit bereits bestehende Allergien sinkt der Wert auf nur 6,5 ppm.

 

Richtwerte

Zugelassen sind EG-Weit Höchstkonzentrationen von 15 ppm in Kosmetika (deklarationspflichtig).

MAK-Wert für Raumluftkonzentration = 50 µg/m3

Richtwert II = 500 ng/m3

Richtwert I = 50 ng/m3

 

weitere Quellen

Sie werden neben Farben auch in Kosmetika, Befeuchterwasser für Klimaanlage oder Flüssig-/Tubenwaschmittel verwendet.

weiterführende Literatur zu Isothiazolinon:

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ALAB_Isothiazolinone in Wandfarben.pdf
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eggbi_Konservierungsmittel Isothiazolon.
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ARGUK_Belastung durch Isothiazolinone.pd
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UBA_Biozidemissionen aus Dispersionsfarb
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