Wie lüfte ich nun richtig?

Der Frühling kommt, es wird wärmer, endlich kann ich wieder richtig lüften!

Aber Vorsicht, ein paar Dinge sollten dabei berücksichtigt werden, sonst droht Schimmelwachstum...

Leider ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass man am besten dann lüftet, wenn es draußen wärmer ist als drinnen. Fakt ist nämlich, dass man sich mit warmer Luft gleichzeitig auch schnell feuchtere Luft hineinlüftet. Viele Leute benutzen Hygrometer, um die Feuchtigkeit ihrer Raumluft zu messen. Das ist zunächst sehr vorbildlich, um das Raumklima im Blick zu haben. Allerdings wissen viele nicht, dass die meisten Hygrometer nicht den absoluten Feuchtewert der Luft anzeigen, sondern den relativen Wert. Dieser bezieht sich immer auf die maximale Aufnahmefähigkeit und die ist abhängig von der Lufttemperatur. Warme Luft kann mehr Feuchte aufnehmen als kalte, also verschiebt sich der absolute Wert bei verschiedenen Temperaturen. Folgende Tabelle zeigt die Verhältnisse von Temperatur und Feuchtigkeit:

Tab. 1 Absolute Luftfeuchtewerte bei steigender Temperatur aber gleichbleibender relativer Luftfeuchtewerte.

Problematisch wird es, wenn warme Luft an kühle Oberflächen gelangt. Die Feuchtigkeit der warmen Luft schlägt an der kühleren Wandoberfläche nieder, vorzustellen wie ein kühles Bierglas im Sommer. Oder kühle Kellerwände... Die einströmende, warme Luft erhöht die Feuchtigkeit direkt an der Kellerwand derart, dass das Schimmelpilzrisiko deutlich steigt.

 

Beispiel: Bei einer Innenraumtemperatur von 20 °C und 50% rel. Luftfeuchte bedeutet das ca. 9 g/m3 abs. Luftfeuchte. Bei 10 °C Außentemperatur aber bedeuten bereits  8 g/m3 eine rel. Luftfeuchte von 90 %, die Luft ist also fast gesättigt. Man lüftet mit kühlerer Luft automatisch trockenere Luft nach drinnen.

 

Stoßlüften gegen Schimmel

Abb. 1 Stoßlüften sorgt für schnellen Luftwechsel. Die Luft wird entfeuchtet, aber die Wände kühlen nicht aus.


Also wie lüfte ich nun richtig? Keller oder ausgekühlte Räume sollte man nur dann lüften, wenn es draußen kühler ist drinnen! Die warme Luft im Innern sollte möglichst komplett und in kurzer Zeit durch kühlere Luft von außen ausgetauscht werden. So wird die Luft entfeuchtet, aber die Oberflächen der Wände kühlen nicht aus - man spricht dabei vom Stoß- oder Querlüften. Die ausgetauschte, trockenere Luft erwärmt sich dann wieder innerhalb kurzer Zeit. Je öfter man am Tag lüftet und je kälter es draußen ist, umso kürzer können die Lüftungsintervalle gehalten werden.